Piratengedöns

Einblicke in das Leben einer Piratin

Piratenfrei

Ein Kommentar

Eine Woche Urlaub liegt hinter mir – österreichische Berge, Sonne, nahezu kein Netzzugang. Piratenfrei im besten Sinne des Wortes. Und kaum 24 Stunden später bin ich schon wieder urlaubsreif. Wie konnte es nur so weit kommen?

Es fing einmal ziemlich harmlos an und dann kam der große Strudel. Seitdem werde ich immer mehr in die Tiefe gezogen und piratenfrei gab es seitdem nicht oft. Vielmehr bin ich seitdem im Schnitt jedes zweite Wochenende für die Piraten unterwegs. Und unter der Woche ist ja sowieso ständig etwas.

Familienfeier in Frankfurt? Nein, #bpress in Ilmenau ist wichtiger. Drachenboot-Cup mit meinem eigenen Team? Ach ne, lass mal lieber fit sein, um mit den Piraten BHV das Ding zu reißen. Chorkonzert als Semesterabschluss? Du hast wohl vergessen, dass Verwaltungstreffen in Dortmund ist? Ausstellungseröffnung in der Kunsthalle? Mööp – schon wieder Verwaltungstreffen. Diese Reihe ließe sich weiter fortsetzen und zeigt eines ganz deutlich: Als Pirat bringt man Opfer und gibt ein Stück seiner selbst auf.

Aber so kann es nicht weitergehen! Es muss für mich wieder mehr piratenfreie Zeit geben, bevor ich mich ganz verliere.

Das Singen z.B. ist für mich fast so wichtig wie Atmen. Aber im letzten halben Jahr habe ich quasi meine Stimme verloren. Und mal wieder Sport zu machen, wäre auch nicht verkehrt. Schließlich kann etwas körperliche Fitness bei der vielen Arbeit nicht schaden. Und hey, ich mag meine Familie. Da wäre es doch schön, sie mal wieder zu sehen. Und dann wäre der finanzielle Aspekt nicht zu verachten: Jede Stunde, die ich mit Piratengedöns verbringe, fehlt mir als Einnahmemöglichkeit in meiner freiberuflichen Tätigkeit.

Warum ich das Ganze ausgerechnet jetzt schreibe?

Zum einen kann ich es mir schlichtweg nicht leisten, drei Monate durchzupowern und kurz vorm Umfallen Urlaub zu machen. Das ist jetzt zweimal gut gegangen, kann aber keine Dauerlösung sein.

Zum anderen gibt es in letzter Zeit vermehrt Anträge (an KV oder LV), die ganz konkret Menschen weitere Arbeit aufbürden sollen. Üblicherweise sind wir beim „Jemand_tm müsste mal dieses oder jenes tun…“ gewesen, was gern mit DHDJ beantwortet wurde. Inzwischen heißt es aber: „Ich beantrage, dass dieses und jenes getan wird.“

Es sind Einzelpersonen, die diese Anträge stellen. Aber dass sie überhaupt gestellt werden, lässt mich fragen, ob die Antragsteller das Prinzip der Mitmachpartei verstanden haben. Jeder Pirat, ob im Amt oder nicht, macht seine Arbeit freiwillig, ehrenamtlich und unentgeltlich. Solange wir nicht personell und finanziell besser aufgestellt sind, wird sich daran auch nichts ändern. Da wundert es mich schon sehr, dass plötzlich Zwänge auferlegt werden sollen, wo man für jede freiwillige Tat dankbar sein kann.

Wie also dem einen Riegel vorschieben?

Ganz einfach: Nicht immer und überall verfügbar sein. Mal „Nein“ antworten, wenn es heißt: „Kannst du mal eben…?“ Sich wieder klar darüber werden, dass es ein Leben neben den Piraten gibt – und dieses führen.

Bewusst und konsequent piratenfrei machen.

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Ein Kommentar zu “Piratenfrei

  1. Zu Drachenboot habe ich ein Beispiel für Dich. In NRW haben wir nach einigen Drachenbootrennen in Mülheim jetzt eine PG (Paddel-Gruppe) Piraten-Betriebssport gegründet. Da könntest Du wenigstens schon Mal ein Hobby mit dem Piratsein verbinden. Darüber hinaus stimme ich Dir zu !

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